Die Akan sind eine ethnolinguistische Bevölkerungsgruppe, die im Osten der Côte d´Ivoire (Elfenbeinküste) und im südlichen Teil von Ghana ansässig sind. Der Großteil der Akan-Bevölkerung lebt in Ghana. Historiker fanden heraus, dass ihre Vorfahren von Ägypten und von Nubien nach Ghana im 11. Jahrhundert migriert sind.

Vor der Zeit der Kolonisation war die Region der Akan in Königreiche aufgeteilt, die Handel betrieben haben. Die wichtigsten Akan-Königreiche waren Bonoman, Denkyria, Gyaman, Fante und das Königreich der Ashanti. Ihre Wirtschaft basierte vor allem auf dem Handel mit Gold. Das Königreich der Ashanti bekam der zentrale Handelspartner der Europäer, die Gold und Sklaven in der Region suchten. Die Europäer brachten dem Ashanti-Königreich vor allem Waffen und Reichtum, so dass es immer mächtiger wurde und benachbarte unabhängige Königreiche annektierte. Im 18. Jahrhundert dominierte das Ashanti-Reich die Akan-Region und war der Hauptexporteur von Sklaven.

Auf der „Westafrika-Konferenz“ von Berlin 1884 teilten die Europäer den afrikanischen Kontinent unter sich auf, um Konflikte bei ihren Beutezügen nach Rohstoffen zu vermeiden, die sie für die Industrialisierung in Europa benötigten. Die Akan-Region wurde zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Die neue, künstliche Grenze wurde ohne Beachtung der existierenden Königreiche und der Bevölkerung gezogen. Die Akan wurden dadurch Einwohner von zwei unterschiedlichen Kolonien - auf der westlichen Seite war die Kolonie der Elfenbeinküste (unter französischer Herrschaft), auf der östlichen Seite war die Goldküste (unter britischer Herrschaft).

Die Kolonie der Goldküste wurde 1957 unabhängig und änderte ihren Namen zurück in Ghana. Die Elfenbeinküste wurde 1960 unabhängig und nennt sich seither Côte d´Ivoire.